Bogenarten - Bogenklassen

Im Bogensport ist es, bedingt durch die unterschiedlichen Bogensportverbände,
etwas verwirrend geworden, was welche Bogenart bzw. Bogenklasse ist.
Wir möchten hier nun einen kleinen Überblick geben und hoffen, damit das Ganze
etwas zu entzerren. Diese Homepage >>> verschafft einen guten Überblick über
die Regularien der einzelnen Bogensportverbände in Deutschland.
Wir gehen hier nicht auf die einzelnen Regelwerke ein, sollten Sie jedoch Interesse
daranhaben so helfen Ihnen sicher die Links weiter:

Deutscher Schützenbund e.V.
(DSB) >>>
Deutscher Feldbogen Sportverband e.V.
(DFBV) >>>
Deutscher Bogensportverband e.V.
(DBSV) >>>
Archery Association Europe
(AAE) >>>

Die angeführten Hersteller- bzw. Bogenbauerlinks wurden rein willkürlich und exemplarisch gewählt. In unserem Linkverzeichnis >>> finden sie weitere Möglichkeiten sich die Webauftritte der unterschiedlichsten Bogenproduzenten anzusehen.

Langbogen >>> Primitivbogen >>> Jagdrecurve >>> Recurve-Blankbogen >>>
Olympicrecurve >>> Compoundbogen >>> Reiterbogen >>> Yumis >>>

Der Langbogen

Bezeichung der unterschiedlichen Verbände:
Longbow (DBSV)
Longbow (DFBV)
primitive Bow (DFBV)
Langbogen (DSB)


Der traditionelle Langbogen >>>>> (english Longbow) ist meist aus einem Stück Holz mit gerade auslaufenden Enden gefertigt. Der englische Langbogen hat im Profil den klassischen "D" Schnitt. Zum Bau eines Langbogens wird hauptsächlich Eibe, Bergahorn, Esche, Rosenholz, etc. verwendet. Die Sehne ist heutzutage ebenfalls aus Kunstfaser (Dacron) hergestellt und wird in der Regel in der "Flämsich Spleiß" Ausführung eingesetzt.
Der Langbogen wird, wie auch jeder andere Blankbogen, ohne jegliches Zubehör geschossen und es ist, gemeinsam mit dem Selfbow, wohl die traditionellste Art einen Bogen zu schießen. Visier, Stabilisatoren und andere technische Hilfsmittel kommen hier nicht zum Zuge und es werden ausschließlich Holzpfeile verwandt. Die Sehne liegt nicht an den Wurfarmen an,
dies ist das Kennzeichen des Langbogens. Der klassische Langbogen hat auch keine Pfeilauflage oder ein sogenanntes Schußfenster sondern wird nur über die Hand geschossen. Mit dem Langbogen wird fast ausschließlich instinktiv bzw. intuitiv geschossen. Langbögen messen etwa 68" bis 72" (Zoll) von Ende zu Ende.

Eine Variante des trad. Langbogens ist der Flachbogen >>>>> (American Flatbow), dieser zeichnet sich durch einen flachen Querschnitt der Wurfarme aus. Es gibt auch die moderne Ausführung des Langbogens, mit Schußfenster und entsprechenden moderen Materialien
(z.B. Holz/ Carbonlaminat), die in Composit- bauweise zusammengefügt werden. Diese Bogen werden als sogenannte Hybridbogen bezeichnet, die zwar noch in den Langbogenklassen geschossen werden, mit einem ursprünglilchen Langbogen, auf Grund ihrer modernen Materialen, nicht mehr viel zu tun haben. Vermutlich werden diese Bogen in Zukunft eine eigene Klasse bilden bzw. die Regelwerke der einzelnen Verbände beschäftigen. Wenn man sich so einen neuen Langbogen im abgespannten Zustand ansieht ähnelt er sehr einem Recurve, aufgespannt liegt die Sehne aber nicht an den Wurfarmen an. diese Bögen haben eindeutig mehr Speed und deutlich weniger Handschock als ein traditioneller Lang- bzw. Flachbogen. String- bzw. Facewalking ist nicht erlaubt.

Der Primitivbogen

Bezeichung der unterschiedlichen Verbände:
entfällt (liegt die Sehne an den Wurfarmen an, wird er als Recurve eingestuft,
falls nicht kommt die Langbogenklasse zum Tragen).


Wird auch als Holzbogen >>>>> oder Selfbow bezeichnet. Dieser Bogen wird ebenfalls in der Regel aus einem Stück Holz (dem Stave) und ohne moderne Werkstoffe (Carbon, Fiberglas) gefertigt. Aber auch verleimte Vollholzbogen werden als Selfbows bezeichnet. Es werden nur natürliche Materialien (Holz, Horn, Leder etc) zum Bogenbau verwandt. Die Bogenform kann durchaus "recurved" sein kann, d.h. die Bogensehne kann auch an den Wurfarmen anliegen.
Es werden ebenfalls ausschließlich Holzpfeile eingesetzt.
Dieser Bogen kommt ebenfalls ohne jegliche Zielhilfe aus und wird in der Regel rein intuitiv (instinktiv) geschossen. Das Schießen mit dem Holzbogen stellt wohl die ursprünglichste Form des Bogenschießens dar. Es ist ebenfalls kein String- oder Facewalking erlaubt.

Der Jagdrecurve - Bogen

Bezeichung der unterschiedlichen Verbände:
Blankbogen Recurve
Blankbogen (DBSV)
Jagdbogen (DBSV)
Recurve (DBSV)
Barebow Recurve (DFBV)
Bowhunter Recurve (DFBV)
Freestyle Limited Rec. (DFBV)
Blankbogen (DSB)
Recurve (DSB)


auch als Bowhunter-Recurve >>>>> (BHR) bezeichnet. Besteht entweder aus einem Stück (onepiece) oder aus 3 Teilen (takedown). Die Bogenlänge darf 66 Zoll nicht überschreiten,
da sonst nicht mehr von einem Jagdbogen sondern von einem Bare-Bow gesprochen wird. String und Facewalking sind ebenfalls verboten. Dies ist eigentlich der klassische Bogen
für die Intuitivschützen.
Bei Recurvebögen befindet sich am Wurfarmende die sogenannte Recurve. Das sind die nach vorne gebogenen Wurfarmspitzen, die je nach Art verschiedene Eigenschaften haben.
Im Falle der "arbeitenden" oder vollen Recurve schnellt die Sehne im Moment des Lösens langsamer und damit weicher nach vorn als bei einem Bogen ohne Recurve. Dies führt zu einer besseren Stabilität und Wurfleistung. Andere Bogenschützen, z.B. Bogenjäger, legen mehr
Wert auf Pfeilgeschwindigkeit und Wurfleistung. Diese bevorzugen dann einen Bogen mit z.B. halber Recurve. Beim Ausziehen des Bogens erhöht sich das Zuggewicht bis zum Erreichen der Auszugslänge stetig und muss bis zum Lösen gehalten werden.
Die Bögen werden aus Holz, Fiberglas oder auch aus Carbonlaminaten gefertigt. Sie werden
in Längen zwischen 48" und 70" hergestellt, wobei zum Scheibenschiessen selten Bögen unter 64" eingesetzt werden. Kleinere Bögen werden gerne zur Jagd eingesetzt, weil diese im Gelände nicht so sperrig sind. Die Zuggewichte bei Recurvebögen variieren zwischen 10 lbs
und 120 lbs.
Der Bogen ist mit einem Bogenfenster ausgestattet, sodass ein Centershot eher erreicht wird. Der Pfeil wird entweder auf dem Shelf aufgelegt, ader auch Pfeilauflagen sind erlaubt.
Hilfsmittel wie Auszugskontrolle oder Visier sind nicht erlaubt. Stabilisatoren und Schwingungs-
dämpfer ( TFC ) am Bogen sind erlaubt.

Vorausgesetzt sie:
Dienen nicht als Sehnenführung,
berühren nichts als den Bogen,
stellen keine Behinderung für andere Wettkämpfer dar,
was den Platz am Schiesspflock betrifft.

Der Recurve-Blankbogen

Bezeichung der unterschiedlichen Verbände:
Blankbogen Recurve
Blankbogen (DBSV)
Jagdbogen (DBSV)
Recurve (DBSV)
Barebow Recurve (DFBV)
Bowhunter Recurve (DFBV)
Freestyle Limited Rec. (DFBV)
Blankbogen (DSB)
Recurve (DSB)


wird auch als Bare-Bow bezeichnet. Zur Disziplin Blankbogen werden ein- oder mehrteilige Recurvebögen verwendet. Ein Barebow muss blank sein, mit Ausnahme der Pfeilauflage.
Er muss frei sein von Herausstehendem, von Markierungen, Flecken oder von Laminierungen, die (im Bogenfenster) als Zielhilfe dienen könnten. Die Mittelwicklung der Sehne darf bei vollem Auszug nicht im Blickfeld des Wettkämpfers enden. Keine Stabilisatoren sind zulässig. Zusätzliche Gewichte dürfen am unteren Teil des Mittelstücks angebracht werden, alle Gewichte ungeachtet der Form müssen direkt, ohne Zwischenstück, Verlängerung, gewinkeltem Adapter oder Stossdämpfer am Mittelstück befestigt werden. Der nicht gespannte Bogen mit allem erlaubten Zubehör muss durch einen Ring oder ein Loch von 12.2 cm Innendurchmesser
+/- 0,5 mm passen. Diese Art kommt dem traditionellen Bogenschiessen sehr nahe.
Gezielt wird bei diesen Bogentypen entweder rein instinktiv oder mittels eines Vorhaltesystemes, welches der Schütze sich ausgearbeitet und antrainiert hat. Blankbogenschützen zielen direkt über den Pfeil, wobei durch entsprechendes Untergreifen an der Sehne die Flugbahn und damit der Auftreffpunkt beeinflußt wird. Dabei wird die Sehne nicht direkt am Nockpunkt (Pfeilhöhe) genommen, sondern entsprechend der Entfernung unterhalb des Nockpunktes.
Eine andere Art ist das reine Instinkt schießen. Der Schütze zielt nicht bewußt, sondern über das Bild welches die Einheit - Pfeil - Bogen - Sehne - Ziel - vor seinen Augen ergeben. Instinkt schiessen erfordert sehr viel Training. Die Bogenlängen gehen dabei von ca. 54" bis 66" (Zoll). Der Blankbogen kann auch ein Olymic-Recurve ohne Visier, Stabis und Kicker sein

Der Olympicrecurve

Bezeichung der unterschiedlichen Verbände:
in allen Verbänden identisch


Der Recurve-Turnierbogen stellt den heutzutage meist verwendeten Bogentyp dar.
Er wird auch olympischer Bogen genannt. Bogenlänge in der Regel zwischen 64" und 72".
Zum Scheibenschiessen werden meistens nur Bögen mit Zuggewichten bis 50 lbs eingesetzt. Dies ist auch abhängig von der Kraft und Ausdauer des Schützen.
Der moderne Recurve-Bogen besteht aus vier Teilelementen. Dem Griffstück, dem oberen
und unteren Wurfarm und der Bogensehne.
Die Griffstücke werden heute in der Regel aus Leichtmetall Legierungen (Alu - Magnesium)
oder Carbonverbundmaterial gefertigt. Durch diese Teilung kann der Bogen zerlegt und platzsparend transportiert werden. Die Wurfarme werden aus verschiedenen Schichten unterschiedlicher Materialien gefertigt. Meist werden hierzu mehrere Schichten Holz, Glasfaser, Carbonwerkstoffen und unterschiedliche Kunststoffe verleimt. Die Wurfarme werden in die entsprechenden Aufnahmen des Mittelstückes gesteckt. Über Verschraubungen oder Steckverbindungen sind sie am Mittelstück fixiert.
Der Begriff Recurve bezieht sich auf die zurückgebogenen Enden der Wurfarme.
Diese speichern die Energie in sich und geben sie beim Lösen der Sehne schlagartig ab.
Die Bogensehne wird aus Kunstfasern hergestellt. Es sind hauptsächlich Dacron, Kevlar oder Fast Flight genannte Fasern. Sie wird an den Wurfarmenden eingehängt.
Eine Pfeilauflage, die am Mittelstück angebracht ist, dient als Auflage und Führung des Pfeiles am Bogen. Zum Zielen wird eine entsprechende Visiereinrichtung angebaut. Stabilisatoren und Vibrationsdämpfer können ebenfalls am Mittelstück angeschraubt werden. Die Auszugkontrolle erfolgt über einen sogenannten Klicker. Durch diese technischen Verfeinerungen und Hilfsmittel erlaubt der Turnierbogen eine hervorragende Treffergenauigkeit und Konsistenz im Schussbild.

Der Compoundbogen

Bezeichung der unterschiedlichen Verbände:
Compound Blank (DBSV)
Compound Limited (DBSV)
Barebow Compound (DFBV)
Bowhunter Compound (DFBV)
Bowhunter Limited (DFBV)
Bowhunter Unlimited (DFBV)
Freestyle Limited Comp. (DFBV)
Freestyle unlimited (DFBV)
Compound (DSB)


Der Compoundbogen >>>>> (engl. compound bow ) wurde 1969 in den Vereinigte Staaten Amerika erfunden. Er besteht in seinen Grundelementen, wie der Recurvebogen aus drei
Teilen, einen Mittelstück und zwei Wurfarmen. Er wird nach dem Schiessen nicht zerlegt.
Er ist wesentlich kompakter aufgebaut als ein vergleichbarer Recurve-Turnierbogen.
An den Wurfarmenden sind Rollen oder Excenterkurvenscheiben angebracht. Über dieses Rollensystem wird ein Kabel aus modernen Kunstmaterialien (früher Stahlseil) geführt.
An dessen Enden ist die Bogensehne eingehängt. Diese Excenterrollen bewirken, dass der Bogen mehr Energie in den Wurfarmen speichern kann und je nach Modell eine Zugreduktion von 50% - 80% ermöglicht. Dies bedeutet, dass beim Spannen des Bogens das volle Zuggewicht bis zum Gipfelpunkt gezogen werden muss. Nach Überschreiten des Gipfelpunkts, wird das Zuggewicht stetig leichter bis das sogenannte Tal bzw. Ende des Auszugs erreicht wird. Das Haltegewicht beträgt am Zuszugsende somit nur z.B. 70% des Gipfelzuggewichtes. Dies hat unter anderem beim Scheibenschießen den Vorteil, dass bei relativ niedrigem Haltegewicht der Pfeil eine hohe Geschwindigkeit und damit eine flachere Flugbahn einnimmt. Die Pfeilgeschwindigkeit bei Compoundbögen kann mehr als 340 fps (feet per second) betragen, das entspricht etwa 103 m/sec oder 370 km/h.
Das bedeutet für den Schützen, dass er zwar kurzzeitig die Kraft für das maximale Zuggewicht aufbringen muß, aber zum Zielen den Bogen nur mit der verringerten Kraft hält. So kann es vorkommen, dass ein Schütze dessen Bogen ein Zugewicht von 60 lbs (englischen Pfund)
hat, im Vollauszug nur noch 15 lbs zu halten braucht. Die Bogenlänge für Compoundbögen liegt ca. zwischen 38" und 48" (1 Zoll = 2,45 cm). Wegen der normalerweise höheren Zuggewichte ist ein Compoundbogen wesentlich stabiler konstruiert als ein Recurve-Bogen. Auch Visier und Pfeilauflage unterscheiden sich. Der Compound wurde entwickelt, um die Bogen-Energie gleichmäßig an den Pfeil abzugeben. Er wird mit einem Release geschossen, was die Auswirkungen der Finger beim Lösen der Sehne ausschaltet, da es wie ein Auslöser bei einem Gewehr bedient wird.

Der Reiterbogen

Kein Verband bekannt, der Regularien erstellt hat.

Der Reiterbogen >>>>> wurde außerhalb von Europa, in Asien entwickelt.
Am bekanntesten für den Bau von Reiterbögen sind die Hunnen und Mongolen, zentralasia-
tische Völkerschaften. Auch bekannt für den Bau und die Verwendung von Reiterbögen sind
die Comanchen Nordamerikas. Sie wurden im 19. Jahrhundert von den Armeen der jungen Vereinigten Staaten als die weltweit beste leichte Kavallerie bezeichnet.
Aufgrund der gewellten Form des Reiterbogens wurde dieser nicht nur aus Holz, wie z.B. der europäische Langbogen, sondern auch aus Sehnen und Horn gefertigt. Der Bau eines mongolischen Reiterbogens konnte bis zu 2 Jahren Bauzeit betragen. Grund dieser langen Bauzeit ist nicht nur die Verwendung von Horn und Sehnen sondern auch das Trocknen der Baumstämme, welches schon teils bis zu 1 1/2 Jahren betragen konnte.
Der Vorteil der Verwendung von Horn und Sehnen besteht in ihrer höheren Fähigkeit, Energie
zu speichern und sie wieder an den Pfeil abzugeben. Würde ein Bogen mit exakt der gleichen Form, wie die eines mongolischen Reiterbogens, nur aus Holz gefertigt, würde dieser sofort brechen. Mongolische Reiterbögen hatten bis zu 75 Pfund Zuggewicht und warfen speziell für den Bogen angefertigte Pfeile ca. 220-280m weit. Es ist schwierig, einen Pfeil vom Rücken eines Pferdes aus abzufeuern, da der Zeitpunkt des Schusses nicht frei bestimmt werden kann. Der Schuss muss erfolgen, wenn sich alle vier Hufe des Pferdes in der Luft befinden, sodass keine Erschütterungen auf den Schützen übertragen werden können. Diese Fähigkeit ist nur durch jahrelanges intensives Training erlernbar. Der Reiterbogen wurde, vor allem später von den Türken, mit dem Daumen, meist mit der Hilfe eines Daumenrings aus Horn, ausgezogen.

Der Yumi

Der Deutsche Kyudo Bund e.V. (DKyuB) erstellt die Regularien.

Der Yumi >>>>> ist ein japanischer Bogen. Die häufigsten Varianten sind der Langbogen (daikyu) und der Kurzbogen ( hankyu). Das Bogenschießen war die älteste Kampfkunst der Samurai. Der Bogen galt als die Verkörperung von Disziplin und Reinheit. Typisch für den Langbogen (daikyu) ist seine asymmetrische Form. Der Griff teilt den Bogen in einen kurzen unteren Teil und einen erheblich längeren oberen Teil, wodurch sich diese Langbögen auch vom Pferderücken aus einsetzen ließen, war aber bereits vor Einführung der Pferde in Japan vorhanden. Die Gesamtlänge eines daikyu richtete sich nach der Auszugslänge, welche in etwa der halben Körpergröße des bushi (Kriegers) entsprach. Man unterschied die Standardlängen Sansun-tsumari (2,12 m), Namisun (2,21 m), Nisun-nobi (2,27 m), Yonsun-nobi (2,33 m), Rokusun-nobi (2,39 m) und Hassun-nobi (2,45 m). Neben dem Langbogen existierte eine hankyu (Kurzbogen) genannte, kürzere Variante, die zur Verwendung auf begrenztem Raum gedacht war, z.B. in Innenräumen oder zwischen dichtstehenden Bäumen; außerdem der kago hankyo, ein Miniaturbogen welcher selbst aus einer engen Sänfte heraus abgeschossen werden konnte. Der Bogen hat weder Zieleinrichtung noch Pfeilauflage. Der Pfeil wird an der Bogenkante rechts außen auf dem Daumen aufgelegt, also auf der dem Schützen abgewandten Seite des Bogens. Die Sehne wird mit Hilfe eines Schießhandschuhs mit einer Grube am Daumen gezogen. Der Hauptunterschied zwischen Kyudo und westlichen Bogenschießformen besteht im dynamischen Abschießens des Pfeiles durch die linke (Bogen-) Hand. Bei den meisten westlichen Bogenschiessarten (traditioneller Recurvebogen, Langbogen, moderne Sportbögen etc.) bleiben während des Abschießens die Bogenhand und dazugehöriger Bogenarm relativ statisch. Der Abschuss erfolgt durch die Hand, die die Sehne hält, und diese aktiv loslässt. Beim Kyudo hält ebenfalls eine Hand die Sehne, nämlich die rechte, und gibt diese beim Abschießen frei. Aber sie tut dies in Zusammenarbeit mit einer leicht dominierenden, sehr aktiven Bogenhand. Beim Kyudo initiiert die Bogenhand den Abschuss des Pfeiles, indem sie den Bogen im Abschuss kraftvoll nach aussen (mit der linken Hand nach links) wegdreht.
Nur dadurch kann der Pfeil geradeaus, d.h. in die Richtung, in die er zeigt, fliegen.
Neben dem eigentlichen Schießen wird eine Reihe zeremonieller Bewegungsformen in traditioneller Kleidung Hakama und Keiko-Gi, bei fortgeschrittenen Schützen auch im Kimono geübt. Einen wichtigen Teil des Trainings nimmt das Üben der Technik und der Bewegungsabläufe vor dem Makiwara ein. Dabei wird aus nur 2 - 3 m Entfernung auf ein Reisstrohbündel geschossen.
Die geistigen Aspekte des Kyudo, des Bogenweges, sollen hier jedoch nicht erörtert werden,
da dies den Rahmen dieser kurzen Bogenvorstellung sprengen würde.